Es gibt Alben, denen die undankbare Aufgabe zuteilwird, auf Meisterwerke zu folgen, die als Meilensteine eines Musikgenres gelten. Ein solches Beispiel ist „Landscape of Life“ der neapolitanischen Band Osanna – ihr viertes und letztes Album, das seinerzeit zwangsläufig den Vergleich mit seinem Vorgänger „Palepoli“ verlor, einem der wohl gefeiertsten Alben des italienischen Progressive Rock überhaupt.
Hört man sich „Landscape of Life“ heute ohne vorgefasste Meinungen an, erweist es sich als ein exzellentes und packendes Werk. Es wechselt gekonnt zwischen verträumten Passagen und stürmischen, an den Hard Rock grenzenden Momenten, wobei auch Einflüsse aus dem Jazz-Rock einfließen. Elio D’Anna ist hier die treibende Kraft – seine Flöten- und Saxophonpassagen prägen das Klangbild maßgeblich. Dem Schlagzeuger Massimo Guarino ist zudem das wunderbare Science-Fiction-Cover zu verdanken, das einen im Weltraum treibenden, verwesenden Wal zeigt.
Fünf der sieben Stücke auf dem Album sind auf Englisch gesungen – ein Hinweis darauf, dass das Werk ursprünglich wohl als Versuch gedacht war, Osanna auch international zu etablieren. Kurz darauf löste sich die Band auf. „Landscape of Life“ bildete jedoch einen exzellenten Schwanengesang, der in den letzten Jahren – im Zuge des wiedererwachten Interesses am italienischen Progressive Rock – zu Recht eine Neubewertung erfahren hat.